Die Gründung der Frühförderstelle Humanistische Initiative liegt nun schon 20 Jahre zurück, als einige bereits aktive Frühförderinnen den Entschluss fassten, eine eigene Frühförderstelle zu gründen. Der Wunsch nach Ausgestaltung der Tätigkeit als Frühförderin, Visionen und letztendlich auch das professionelle Bündeln aller bestehenden Ressourcen waren die treibenden Kräfte, sodass eine neue Frühförderstelle entstehen konnte. Die Humanistische Initiative erlebte von da an eine stetige Weiterentwicklung.

So wurde aus einem kleinen Team ein mittlerweile stattliches Team aus nunmehr 11 diplomierten bzw. akademisch geprüften Frühförderinnen.

Die Humanistische Initiative beschäftigt ausschließlich ausgebildete Frühförderinnen mit pädagogischer Grundausbildung. Die Frühförderinnen der HI verfügen zusätzlich über weitere fachspezifische Zusatzausbildungen in den Bereichen Sensorische Integration, ADHS, Gebärdenunterstützte Kommunikation und Autismus.

Die HI ist eine allgemeine Frühförderstelle und hat sich seit dem Jahr 2010 im Bereich Autismus spezialisiert.

Die Humanistische Initiative als erste Autismus-spezifische Frühförderstelle

Die Arbeit mit Kindern mit Autismus-Spektrum-Störung und die Begleitung von deren Familien wurden in den letzten Jahren zu einer immer größer werdenden Herausforderung. Es bestand vielfach der Wunsch, die Frühförderung noch gezielter auf die Bedürfnisse bzw. auf die spezifischen Anforderungen anzupassen. Fast alle Frühförderinnen der HI absolvierten den Lehrgang zur/m „TrainerIn für Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung“ (kurz: ASS), da der Bedarf an fachspezifischem Wissen für die Arbeit mit Kindern aus dem autistischen Formenkreis grundlegend ist. Was also mit dem Engagement einzelner Frühförderinnen begann, weitete sich im Verlauf zu einem wesentlichen Schwerpunkt der HI aus.

Mittlerweile wird von verschiedenen Einrichtungen autismusspezifische Frühförderung der HI empfohlen, sobald bei einem Kind mit (Verdachts-)Diagnose entsprechender Förderbedarf besteht. Eine gute Zusammenarbeit und Vernetzung der Frühförderinnen mit Ärzten und Ärztinnen, mit Therapeuten und -innen, sowie mit Pädagogen und -innen ist bei Kindern mit ASS von großer Bedeutung. Die Aktivitäten der einzelnen Disziplinen müssen gut aufeinander abgestimmt werden, da diese Kinder selbst auf kleinste Veränderungen negativ reagieren können und neue Lebensabschnitte (z.B. Kindergarten- oder Schuleintritt) aus diesem Grund gut vorbereitet werden müssen. Der Erfolg einer gelungenen Frühförderung hängt bei ASS wesentlich von der Entwicklung einer gemeinsamen Förder- und Handlungsstrategie und einer feinfühligen wie auch kontinuierlichen und intensiven Begleitung der Eltern ab.

Das Besondere an dieser Form der Frühförderung besteht in der Zusammenführung wichtiger Prinzipien der Frühförderung (Ganzheitlichkeit, Frühzeitigkeit und Familiennähe) mit den Arbeitsprinzipien der multifunktionellen Therapie, die aus dem therapeutischen Setting bekannt ist. Setzt man die einzelnen Elemente in individuellem Ausmaß ein, so werden die Entwicklungsfortschritte beim Kind deutlicher und schneller zu erkennen sein. In guter Zusammenarbeit mit allen Beteiligten kann die Frühförderin die in der Therapie erarbeiteten Kompetenzen direkt in der Familie zu Hause implementieren, unterstützen und weiterentwickeln. Die Eltern bekommen auf diesem Weg zusätzlich ein Stück mehr Sicherheit und Vertrauen in ihre eigenen Erziehungskompetenzen.

Selbst bei Kindern mit Verdachtsdiagnose „Autismus“ kann eine frühzeitig einsetzende Autismus-spezifische Frühförderung maßgeblich dazu beitragen, dass Kinder eine gute Grundlage für eine spätere Therapie erhalten und Eltern sensibilisiert bzw. instruiert werden, diesen entwicklungsförderlichen Prozess gut voran zu tragen.

Im Sinne der Interdisziplinarität gründete die Humanistische Initiative die erste Steirische „Fachgruppe Autismus“, die mittels regelmäßig stattfindender Vernetzungstreffen sowohl fachspezifische Up-Dates als auch die tägliche Praxis von Einrichtungen allen Interessierten näherbringen möchte.

In die Zukunft blickend sind der Humanistischen Initiative die Erhaltung der hohen Qualitätsstandards aber auch eine Weiterentwicklung der Förderansätze entsprechend neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse, sowohl in der allgemeinen Frühförderung als auch in der autismusspezifischen Frühförderung ein großes Anliegen.

Kontakt:

Humanistische Initiative (HI) – Frühförderstelle

8052 Graz Hangweg 29 (Eingang Baiernstraße 132)

Tel.: +43 316 76 02 44

E-Mail: office@hi-fruehfoerderung.at

http://www.hi-fruehfoerderung.at

Ansprechpartnerinnen für die Fachgruppe Autismus:

Birgit Kraxner-Oberzaucher

Maga. Tiziana Lang-Bodirsky